Beschäftigte und Unternehmen bei der Nutzung von KI unterstützen

19.05.2021 | Regionales Zukunftszentrum Nord der Sozialpartner geht an den Start – Zukunftsthema Künstliche Intelligenz: Aktive Unterstützung für KMU startet heute in Norddeutschland.

Beschäftigte und Unternehmen für die Arbeitswelt von morgen fit zu machen, heißt auch, sie bei der weiteren Digitalisierung und der Einführung von Künstlicher Intelligenz in die Betriebsabläufe zu begleiten. In einer großangelegten „Allianz Nord“ bündelt das Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW) mit dem Konsortialpartner Bildungsvereinigung Arbeit und Leben Niedersachsen (AUL) die Kompetenz von Bildungsexperten, Wissenschaft, Politik und der Sozialpartner zum Regionalen Zukunftszentrum Nord – KI Zukunftsinitiative für Mensch und Unternehmen (RZZ).

In dem einmaligen Schulterschluss der norddeutschen Bundesländer Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen werden KMU befähigt, die Wachstumsaussichten der technologischen Transformation durch Digitalisierung und KI-Anwendung stärker zu nutzen. Initiator des sozialpartnerschaftlichen Ansatzes ist das BNW, im Verbund mit AUL, KI-Forschungszentren sowie mit dem Institut für Bildungsrecht und Bildungsforschung (IfBB), Hannover.

Das RZZ ist Teil des Bund-Länder-Programms „Zukunftszentren KI“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS). Der Startschuss fiel heute (19.05.2021) durch Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) während der KI-Konferenz des BMAS „Algorithmen, Automatisierung und Arbeit – Wie KI unsere Arbeit und unser Leben besser machen kann“.

Denn während größere Unternehmen KI-Anwendungen bereits implementiert haben, müssen KMU bei Einführungen von KI-Systemen noch nachziehen, um den Anschluss halten zu können. Für viele ist das aus eigener Kraft nur schwer leistbar. Hier braucht es Beratung, Qualifizierung und die Begleitung. Gemäß einer Umfrage des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW) aus dem Jahr 2020 zur Anwendung von Künstlicher Intelligenz in KMU geben rund 40 % der Befragten an, Künstliche Intelligenz nicht anzuwenden und dies auch nicht zu planen. Als Gründe wurden überwiegend ein fehlender Überblick zu den Anwendungsmöglichkeiten, mangelnde Nutzwerte oder eine ausbleibende Beschäftigung mit dem Thema angegeben.

Ohne die Beschäftigung mit Zukunftstechnologien steigt das Risiko für Unternehmen, notwendige Veränderungsprozesse nicht erfolgreich umsetzen und im internationalen Wettbewerb nicht weiter mithalten zu können. Hier liegt der Auftrag des RZZ: Digitalisierung und KI für Unternehmen und Beschäftigte so nutzbar machen, dass die Zukunftsfähigkeit erhöht wird. Das geschieht sowohl mit regionalem Bezug als zugleich auch mit dem überregionalen Wissenspool aus Deutschem Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz und weiteren Wissenschaftspartnern aus den vier norddeutschen Ländern. Bei allem steht der Mensch im Mittelpunkt: Wie lässt sich KI am Arbeitsplatz sinnvoll als Werkzeug einsetzen, um einen Aufgabenbereich zu unterstützen? 

Strukturen schaffen, um Potenziale zu heben

„In allen Bereichen der Wirtschaft bietet die Nutzung von KI großes Potenzial. In unserem Konsortium schaffen wir Strukturen für KMU und Beschäftigte, damit sie Zugang zur Anwendung von KI erhalten. Dazu bringen die norddeutschen Sozialpartner mit ihren Bildungswerken der Arbeitgeber und den Qualifizierungspartnern der Gewerkschaften Kompetenzen aus den Bereichen Strukturwandel und Arbeitsmarkttransformation, Qualifizierung und KI zusammen. Uns geht es um ein wirkungsvolles Angebot für KMU und Beschäftigte“, sagt Tobias Lohmann, Sprecher der Geschäftsführung des BNW.

„KI-Technologie ist eine Riesenchance, um die Arbeitsbedingungen in unzähligen Jobs zu verbessern. Mit dem Zukunftszentrum wollen wir experimentell aufzeigen, wie wir das Prinzip ,Gute Arbeit‘ im Zeitalter der Digitalisierung verwirklichen können. Ganz konkret liefern wir dabei auch Unterstützung für Belegschaften, Betriebsräte und Gewerkschaften, damit die Einführung von KI nach dem Prinzip ,Der Mensch im Mittelpunkt‘ funktioniert!“, sagt Maximilian Schmidt, Geschäftsführer von Arbeit und Leben Niedersachsen. Unterstützt wird das Vorhaben im gesamten norddeutschen Raum von einem großen Netzwerk aus Politik, Arbeitgebern, Gewerkschaften, Arbeitsmarktakteuren und Forschungseinrichtungen.

Minister Dr. Bernd Althusmann, Niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, sagt: „Den Mehrwert des Regionalen Zukunftszentrums Nord sehe ich besonders in seinem ganzheitlichen Ansatz: Zur Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen beim Thema KI soll zum einen ein enger Austausch von Wissenschaft und Praxis erfolgen. Zum anderen werden durch den sozialpartnerschaftlichen Ansatz Unternehmen und Beschäftigte von vornherein eingebunden. Die länderübergreifende Zusammenarbeit ist für uns spannend. Wichtig ist mir auch, dass auf vorhandenen Strukturen in den Regionen aufgebaut wird. Das RZZ Nord kann uns so ein gutes Stück bei der Bewältigung des Strukturwandels unterstützen.“

Kombination aus Anwendungsmöglichkeiten hilft Unternehmen auf praktische Weise weiter

„Das Besondere an den Zukunftszentren ist, dass sie zentral vorangetrieben, aber regional verankert sind und auf die spezifischen Bedürfnisse vor Ort ausgerichtet werden. Wir setzen auch ein neues Lernverständnis um: Es geht darum, lernende Netzwerke zu verankern – eine Kombination von Anwendungsmöglichkeiten, die den Unternehmen und ihren Beschäftigten bei der Einführung digitaler und KI-basierter Systeme ganz praktisch weiterhelfen, jeden Tag“, sagt Tobias Lohmann.

Herzstück der Aktivitäten des Regionalen Zukunftszentrums sind zwei Module: Beim Plattform-Modul steht die Entwicklung innovativer Lehr- und Lernkonzepte im Vordergrund, daneben Good Practices, Wissensaufbau, Vernetzung und informelles Lernen. Im KI-Modul werden Beratungskonzepte entwickelt, die zur Einführung menschenzentrierter KI-Systeme informieren und sensibilisieren.

Als Austauschplattform und Wissenspool dienen die BNW-Plattform QrowdPower sowie das Format Communities of Practice (CoP), das vom Institut für Betriebliche Bildung (IFBB) moderiert wird. KMU profitieren dadurch von einem überregionalen Wissens- und Erfahrungstransfer, der schnelle und fokussierte Adaptionsprozesse ermöglicht.

Teilnehmen können interessierte KMU aus Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen. Das Programm Regionale Zukunftszentren steht allen Branchen offen. Für Unternehmen aus der Metall- und Elektroindustrie steht mit dem Bildungsverbund NORDBILDUNG ein Konsortialpartner bereit, der langjährige Erfahrung mit der Kompetenzbündelung in den norddeutschen Ländern einbringt.

Finanziert wird das Programm aus Mitteln der „Strategie Künstliche Intelligenz der Bundesregierung” (KI-Strategie) sowie des BMAS. Bis Ende Dezember 2022 stehen dafür allein aus Bundesmitteln mehr als 34 Millionen Euro bereit.

Kontakt bei Arbeit und Leben Niedersachsen:

Dr. Jennifer Seifert
Projektleiterin
jennifer.seifertdon't want spam(at)aul-nds.de
0511 12105-63

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