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Hintergrund des Projektes

Studien zufolge sind 50-60 % aller Arbeitsunfähigkeitstage durch arbeitsbedingten Stress und psychosoziale Risiken bedingt. Diese Rate nimmt zu, da die Belastungen aus verschiedenen Gründen steigen. Im Gesundheitswesen - hier vor allem im Pflegebereich - ist dieses Problem besonders virulent. Darüber hinaus sind gerade im Pflegebereich überproportional viele Frauen beschäftigt, die häufig nach wie vor in erster Linie die Doppelbelastung von Beruf und Familie zu tragen haben. Psychosoziale Risiken/Belastungen und arbeitsbedingter Stress zählen zu den größten Herausforderungen für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz in Europa (Eurofound/EU-OSHA, 2014). Neben dem individuellen Leid der Betroffen sind die volkswirtschaftlichen Auswirkungen immens. Diese Problematik spiegelt sich auch in den für das Projekt ausgewählten EU-Mitgliedstaaten wider, in denen der arbeitsbedingte Stress im Gesundheitswesen weit stärker ausgeprägt ist als das durchschnittliche Stressniveau (EU-OSHA, 2009). Deutschland verzeichnet einen allgemeinen Anstieg des arbeitsbedingten Stresses über die letzten 10 Jahre. Beschäftigte im Gesundheitsbereich sind mit 23% häufiger Stress ausgesetzt als der Durchschnitt aller Sektoren (16%). Über die Situation in den Partnerländern Bulgarien, Ungarn, Rumänien und Serbien gibt es keine bzw. nur wenige Daten. Aus der Zusammenarbeit mit diesen Ländern auf europäischer Ebene und im Rahmen des Projektes „Alternde Belegschaften in Krankenhäusern“ (ABiK) wurde die Herausforderung arbeitsbedingten Stresses und psychosozialer Risiken von Experten dieser südosteuropäischen Länder herausgestellt. Die im Vergleich zum EU-Durchschnitt schlechter ausfallende Arzt- und Pflegepersonaldichte weist auf ein weit höheres Stressniveau im südosteuropäischen Gesundheitssektor. Um die schlechte Datenlage zu verbessern, soll im Projekt zu diesen Ländern auch eine kurze Problemanalyse erstellt werden.

 

Verdi arbeitet schon seit längerem zum Thema psychosoziale Belastungen und Stress. Das Vorhaben knüpft auch an das gemeinsame Projekt von HOSPEEM und EPSU zum Thema “Assessing health and safety risks in the hospital sector and the role of the social partners in addressing them: the case of musculoskeletal disorders and psycho-social risks and stress at work” an, welches die Wirkung von präventiven Maßnahmen untersucht und die benötigten Instrumente im Krankenhaussektor diskutiert. Die Ergebnisse werden in diesem Projekt aufgegriffen, der Bereich der psychosozialen Risiken und des arbeitsbezogenen Stresses anhand von ausgewählten Schwerpunktthemen vertieft und auf das gesamte Gesundheitswesen ausgeweitet.

 

Die Maßnahme beschäftigt sich mit der zentralen Herausforderung für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz in Europa. Psychosoziale Belastungen und Stress bei der Arbeit stellen ein großes Gesundheitsrisiko für die Beschäftigten dar. Das vorliegende Projekt will mit der Herausarbeitung von sozialpartnerschaftlichen Lösungen und Modellen guter Praxis einen Beitrag dazu leisten. Das Projekt greift ein Thema auf, das zu den aktuellen Prioritäten des europäischen sektoralen sozialen Dialogs Krankenhaus und Gesundheitswesens zählt (Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz). An die Arbeit der europäischen Sozialpartner zum Thema psychosoziale Risiken und Stress am Arbeitsplatz im Zeitraum 2014-15 wird angeknüpft und die Debatte auf Schwerpunktthemen und die Projektländer fokussiert. Die Ergebnisse werden den europäischen Sozialpartnern vorgestellt und diskutiert. Damit leistet das Projekt  einen Beitrag, die Wirkung und Sichtbarkeit der Ergebnisse des europäischen sozialen Dialogs zu erhöhen und gibt Impulse für Folgemaßnahmen.